Orlando Li Sanchez, Installationen

Geb. : 1966 Dominikanische Republik

Kunstrichtung: Malerei, Installationen – Experimentell

Der in der Dominikanischen Republik geborene Künstler ist chinesisch-dominikanischer Abstammung und befasst sich seit seinem 11. Lebensjahr mit der Malerei. Gefördert wurde er durch eine Professorin für Kunst, so dass er mit 17Jahren mehrere Ausstellungen in Banken, Bibliotheken und Museen in der Dominikanischen Republik organisierte und ehrenamtlich Malunterricht für Kinder erteilte. Nach Abschluss seines Architekturstudiums lebt Li Sanchez jetzt schon seit 1992 in Großkrotzenburg. Er hat seit 15 Jahre sein „Atelier“ in der Kirchstraße 3 in Großkrotzenburg.

Füße

Material: Füße aus Gipsbinde

Drei Komponenten, die für das menschliche Leben und das Miteinander von hoher Bedeutung sind: Die Stadt als Heimstatt des Menschen, das Land als tragendes und nährendes Element, das Meer/der Fluss spendet lebensnotwendiges Wasser und bietet Möglichkeiten zur Erholung ebenso wie zur Fortbewegung. Interaktion braucht Bewegung im weitesten Sinne. Und die ursprünglichste Form der Bewegung für den Menschen ist das Gehen.

Die unterschiedlichen Geräusche des Gehens, Laufens oder Vorantastens gehören zu den frühesten sinnlichen Eindrücken eines Menschen.

Damit ist das Thema „Füße“ angesprochen.

Orlando Li Sanchez nimmt bei Passanten Abdrücke von deren Füßen und reiht im Laufe des Tages die Hohlformen zu einer Installation aneinander. Sie zeigen von seinem Open-Air-Atelier den Weg in den Stadtkern.

Li Sanchez, dessen familiäre Wurzeln in China und der Dominikanischen Republik liegen, hat sich inspirieren lassen und aus seiner derzeitigen Lebenssituation heraus 21 Begriffe intuitiv aufgeschrieben. Sie umreißen Widersprüchliches wie Grenzen und Freiheit, Hoffnung und Schuld.

Füße sind Orlando Li Sanchez wichtig: Er selbst hat sein Geburtsland verlassen, hat Grenzen überschritten und ist konfrontiert mit Fragen, wo Menschen herkommen, wo sie hinwollen, warum sie bleiben und wer eigentlich Grenzen setzt, d.h. Bewegung unterbindet.

Bei der Aktion geht es Li Sanchez darum, mit den Besuchern in Kontakt zu kommen. Jeder Fußabdruck benötigt etwa zehn bis 15 Minuten. Eine Situation, die Vertrauen erfordert und Gespräche fördert. Auch sie sind eine Form der Bewegung. Jeder neu hinzu gekommene Fuß knüpft nicht nur ein Netz zwischen den Menschen, er überbrückt auch die Distanz zwischen Fluss und Stadt.